Als uns die E-Mail von Renate erreichte, wurde uns schnell bewusst: diese spannenden Fragen zu Gradido beschäftigen viele Menschen. Grund genug, Renate um ein Interview zu bitten und ihre Fragen zusammen mit den Antworten von Bernd mit euch zu teilen.

1:23 – Frage 1: Besteht eine Verpflichtung zur bedingungslosen Teilhabe?

Damit ich das auch richtig verstanden habe: Man bekommt die 1000 GDD und hat die “moralische Verpflichtung” 50 Stunden für die Gemeinschaft zu arbeiten, ist aber nicht gezwungen dies zu tun? (Das dürfte ein großer Streit- und Neidpunkt in der Bevölkerung werden)

3:35 – Frage 2: Aktives oder bedingungsloses Grundeinkommen?

Bei der Einführung des Gradido wird also festgelegt, ob es sich um ein aktives oder bedingungsloses Grundeinkommen handeln soll.

4:23 – Frage 3: Was gilt als „Leistung für die Gemeinschaft?

Wie sollen die Leistungen für die Gemeinschaft aussehen und ablaufen? Werden z.B. Beamte, Polizei und öffentliche Dienste, Feuerwehr, Banker, Kindergärtner….. durch die 50 Stunden Regelung ersetzt?

6:25 – Frage 4: Wer organisiert und kontrolliert gemeinschaftliche Leistungen?

Wer organisiert die Gemeinschaftsarbeit und wie wird sie kontrolliert? Nicht unwichtig, wenn alles laufen soll. Wie kriegt man auf Basis der Freiwilligkeit eine Regelmäßigkeit und Arbeitsdisziplin hin?

10:43 – Frage 5: Wird es noch Renten geben?

Renten fallen doch total weg, da man bis an sein Lebensende 1000 GDD bekommt, nicht wahr?

14:40 – Frage 6: Behält man sein Eigentum während der Übergangszeit?

Wie wird die Eigentumssituation während der Übergangszeit geregelt? Behält man sein Eigentum? Wird monetäres Vermögen in Gradido umgetauscht? Bleibt ein Euro/Dollar Millionär ein Gradido Millionär?

19:35 – Frage 7: Wie verhält es sich mit den globalen Konzernen?

Wie verhält es sich mit den globalen Konzernen? Wie soll man diese unlösbaren Verflechtungen lösen? Wie die Profitkultur der Konzerne (unter)brechen?

23:25 – Frage 8 Wie ist das mit den Superreichen Familien?

Wie verhält es sich mit den Superreichen Familien, die die Fäden ziehen? Bleiben sie weiter an der Macht?

27:05 Frage 9: Werden die Banken in ihren Funktionen eingeschränkt?

Werden die Banken in ihren Funktionen eingeschränkt (wenn ja, wie?) Wie bringt man sie dazu, ihre Spekulationen aufzugeben? Werden Sie nicht andere Wege finden, den Menschen das Geld aus den Taschen zu ziehen?

29:51 – Frage 10: Wie honoriert der Ausgleichs- und Umweltfonds Patente?

Wie honoriert der Ausgleichs- und Umweltfonds Patente?

31:33 Frage 11: Wie werden Kredite verbucht, wenn es nur positive Kontostände gibt?

Wenn nur positive Kontostände vorgesehen sind, wie werden Kredite dann verbucht?

36:43 Frage 12: Wie ist das mit dem zusätzlichen Einkommen geregelt?

Fallbeispiel Familie mit 2 Kindern. Wenn alle Familienmitglieder jeweils 1000 GDD bekommen, dann kann die Familie bescheiden von 4000 leben auch wenn ein Familienmitglied nichts zusätzlich verdient, sondern sich den Luxus leistet z.B. eine Ausbildung für seinen Traumberuf zu machen, oder sich umzuorientieren.

Als Einzelperson würde ich das mit 1000,00 GDD Einkommen nicht  schaffen. Miete und Fixkosten sind monatlich mehr als das Grundeinkommen. Und da habe ich noch nichts gegessen. Von hin und wieder notwendig werdenden Reparaturen, bescheidener Kleidung ganz zu schweigen. Ich müsste zusätzlich zu den 50 Stunden Gemeinschaftsarbeit also weiter arbeiten und meine Arbeitskraft wäre wahrscheinlich wieder vollständig gebunden. Im Gegenteil, ich wäre schlechter dran als vorher, weil mein gegenwärtiger Stundenlohn wahrscheinlich höher liegt als 20 GDD.

 

Tausend Dank, liebe Renate, für deinen großartigen Input!

Viele tolle Einsichten und Inspirationen wünschen Dir


    2 replies to "12 hochspannende Fragen & Antworten zu Gradido"

    • Achim von den Morgenwelten

      Vielen Dank, sehr hilfreich.
      Wie gehen wir in deiner Zukunft mit Menschen um die lieber andere Putzen lassen als es selbst zu tun.
      Es gibt Kreise die uns als gutmütige Spinner sehen, gibt es einen Ansatz wie wir den Hang zur Gewalt verändern.
      Es gibt lange Ketten z.B. Kolonial Belgien, die 200 Jahre alten Grundstrukturen werden durch Gewalt aufrecht erhalten, Die Reste der alten Kampfgruppen sind die Armeen im Einsatz zum gewinnen der seltenen Erden.
      Der Wechsel von Monarchie über die konstruktive M. und weiter zur Republik in Belgien hat im Kongo keinerlei Veränderungen gebracht. So praktisch auch für uns noch – wir wissen was dort passiert ist, noch passiert und kaum einer legt das Handy ab. Regierungen werden weiterhin für “Ihre” Interessen handeln. Verbotene Vorlieben sind ein Schlüssel für Machtmissbrauch – oder nicht.
      Ich bin seit 1000 Dank ein stiller Betrachter mit Hoffnung und Danke für den Tipp mit Human Connection, das hat mich aktiviert und es wird Zeit auch mich mitzuteilen. Ich habe Lösungen für die Patentfragen bei denen du noch unsicher wirkst. Mir ist jedoch bis HC richtig läuft nicht Wohl im Netz. Gerne komme ich vorbei oder bin Gastgeber.
      Tausend Dank

      • Bernd Hückstädt

        Hallo Achim, herzlichen Dank für deine Gedanken!

        Weniger beliebte Arbeiten können entweder höher bezahlt oder von Robotern erledigt werden. Die 20 Gradido pro Stunde beziehen sich ja nur auf die Bedingungslose Teilhabe und das damit verbundene Aktive Grundeinkommen. Für alle anderen Tätigkeiten ist der Preis frei verhandelbar. Dies kann zu einer Umkehrung der jetzigen Verhältnisse führen, wo jetzt ja im allgemeinen die angenehmen Tätigkeiten besser bezahlt werden als die unangenehmen.

        Die destruktiven Kräfte, von denen du sprichst, sind glücklicherweise die absolute Minderheit. Sie haben nur deshalb die Macht, weil zurzeit noch die Mehrheit der Menschen ihnen die Macht gibt. Es braucht daher Bewusstseinsarbeit, die uns Menschen wieder daran erinnert, dass wir selbst Schöpfer sind. Dies passiert bereits auf vielfältige Weise auf den verschiedensten Ebenen.

        Schön, dass es Menschen wie dich gibt, die quasi »in den Startlöchern« stehen. Vermutlich sind wir zusammen genommen schon viel mehr, als wir denken.

        Liebe Grüße, Bernd

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