Am 5.April 2018 fand die erste Konferenz des ersten GradidoTransform-Kreises statt. Nach dem Modell der Soziokratie erarbeiten wir in den GradidoTransform-Kreisen Fragen wie

  • Was sind Beiträge zum Gemeinwohl?
  • Wie weise ich Gemeinwohl-Beiträge nach?
  • Wer entscheidet darüber nach welchen Kriterien?
  • Wie erfolgt die Vergütung in GradidoTransform?

Wir kamen sehr schnell in eine tiefe Werte-Diskussion. Soll/kann man Menschen überhaupt bewerten? Macht Bewertung in der neuen Zeit überhaupt noch Sinn?

Mit dem GradidoTransform legen wir ja einen interessanten Spagat hin: auf der einen Seite wollen wir gar nicht mehr bewerten, auf der anderen Seite ist jede Form einer Währung ein Bewertungssystem.

Viele Beispiele wurden erörtert. Handelt es sich um einen Gemeinwohl-Beitrag, wenn ich:

  • zur Weiterbildung Videos im Internet anschaue,
  • für das Wohl der Gemeinschaft meditiere,
  • mit Menschen über Gradido spreche,
  • Gartenarbeit mache,
  • Blog-oder Zeitungsartikel schreibe,
  • ganz einfach nur nach der Prämisse des Dreifachen Wohls lebe?

Oder sollten es eher handfeste messbare Beiträge sein, die jeder nachvollziehen kann?

Schließlich soll der GradidoTransform nicht nur irgend eine ideelle Anerkennungswährung werden, sondern zu gegebener Zeit als wertvolles Gut am Krypto-Markt handelbar sein.

 

Wenn man alles als Gemeinwohl-Beitrag gelten lässt, ist es da nicht einfacher und sinnvoller, gleich ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen? Doch würde ein bedingungsloses Grundeinkommen bedeuten, dass man sich vor diesen wichtigen Fragen einfach drückt?

Als wichtiges Kriterium empfanden wir den Begriff Nutzen oder Mehrwert

Welchen darstellbaren Nutzen bringt mein Beitrag für das Gemeinwohl? Genauer gefragt: welchen Mehrwert bringt mein Beitrag für das Dreifache Wohl, also das Wohl des Einzelnen, der Gemeinschaft und des großen Ganzen? Wenn ich diesen Nutzen oder Mehrwert schlüssig argumentieren kann, dass er einer kritischen Prüfung innerhalb des GradidoTransform-Kreises standhält, dann handelt es sich vermutlich um einen Beitrag zum Gemeinwohl, der mit GradidoTransform honoriert wird.

Kriterien können in verschiedenen Kreisen unterschiedlich sein

Allerdings sind nach dem Modell der Soziokratie die Kreise miteinander verbunden. Das bedeutet, unterschiedliche Kriterien müssen von den anderen Kreisen akzeptiert werden.

Ein solches Modell berücksichtigt auch kulturelle Unterschiede. Im westlichen Kulturkreis haben wir andere Prioritäten als zum Beispiel in Asien oder Afrika. In der hoch technisierten Welt herrschen andere Bedingungen als im Busch. Was in einem Kulturkreis völlig belanglos erscheint, ist woanders vielleicht lebenswichtig.

Die Kreiskultur hilft uns in großer Wertschätzung voneinander zu lernen. Keine Kultur ist von sich aus besser oder schlechter als eine andere. Dadurch, dass wir die Vielfalt der Kulturen achten und wertschätzen, leisten wir einen aktiven Beitrag zum Frieden.


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