Wirtschaftsbionik – Die Natur als Vorbild

               Der menschliche Schöpfergeist kann verschiedene Erfindungen machen (...), doch nie wird ihm eine gelingen, die schöner, ökonomischer und geradliniger wäre als die der Natur, denn in ihren Erfindungen fehlt nichts, und nichts ist zu viel.

Leonardo da Vinci, Künstler und Universalgelehrter (1452–1519)

Faszination Bionik

Die Bionik beschäftigt sich mit dem Übertragen von Natur-Phänomenen auf die Technik. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass die belebte Natur durch evolutionäre Prozesse optimierte Strukturen und Prozesse entwickelt, von denen der Mensch lernen kann.

Neuer Ansatz mit langer Tradition

Den Begriff der „Bionik“ führte 1960 der amerikanische Luftwaffenmajor Jack E. Steele in der englischen Entsprechung ‚bionics‘ auf einem Symposium ein. Die Idee dahinter ist allerdings wesentlich älter. Bei der Eroberung des Luftraums stand die Natur von Anfang an Pate. Schon im 16. Jahrhundert erdachte Leonardo da Vinci Flugmaschinen nach dem Vorbild des Vogelflugs und gilt damit als Urvater der Bioniker.

Anfang des 19. Jahrhunderts orientierte sich George Cayley bei der Konstruktion der ersten funktionierenden Fallschirme an den Flugsamen heimischer Pflanzen. Otto Lilienthal erkannte Anfang des 20. Jahrhunderts als Erster die Bedeutung der Flügelwölbung für den Auftrieb – und legte damit die Grundlage für die ersten erfolgreichen Gleitflüge.

So wie jeder Flugzeugingenieur den Vogelflug studieren sollte, ergründet die Wirtschaftsbionik, welche naturgegebenen Abläufe Vorbild für erfolgreiche ökonomische Prozesse sein könnten.

Der Kreislauf des Lebens als Wirtschaftsmodell?

Bereits seit 20 Jahren entwickelt die Gradido-Akademie für Wirtschaftsbionik eine alternative ‚Gemeinwohlwährung‘, die sich an den Vorbildern der Natur orientiert. Die Natur folgt der Regel, dass nur dort, wo etwas vergeht, Neues entstehen kann und so langfristige Verbesserung (Evolution) möglich ist. Ihr Erfolgsrezept ist der ‚Kreislauf des Lebens‘. Würde auch unsere Wirtschaft diesem natürlichen Kreislauf folgen, ließen sich damit nach Einschätzung der Wirtschaftsbioniker praktisch alle geldbedingten Probleme der Welt lösen.

Die Stunde
der Wirtschaftbionik

Die weltweite Corona-Krise schafft nicht nur die Notwendigkeit zum Umdenken, sondern macht auch die Fragilität des herrschenden Wirtschaftssystems deutlich. Sie eröffnet zudem eine neue Aufgeschlossenheit für die Erfolgsmodelle der Natur, die sich bereits seit viereinhalb Milliarden Jahren bewähren. Folglich blickt die Gesellschaft immer erwartungsvoller auf die noch junge Wissenschaft der Wirtschaftsbionik und ihre Antworten auf die existenziellen Fragen unserer Zeit.

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