5 thoughts on “(Deutsch) Gradido Vortrag und Impressionen beim Treffpunkt Erfolg

  1. Hallo Bernd,
    Danke. Tatsächlich, da hatte ich einen Knoten im Kopf.

    Grüße
    David

    1. Hallo Bernd,
      sorry, aber noch eine Frage. Wie soll die Vergänglichkeit im Gradido-Modell implementiert werden?
      Ist es als Art “Vermögenssteuer” gedacht, die jeweils zu einem Stichtag von allen Konten abgebucht wird?
      Oder ist die Vergänglichkeit in jeden Gradido “einprogrammiert” – hat also der einzelne Gradido selbst ein Verfallsdatum?

      Für eine Firma wäre es ja ein Desaster, wenn sich zum Beispiel über Kredite eingesammeltes Startkapital zu einem bestimmten Stichtag plötzlich halbiert, bevor damit nötige Investitionen getätigt werden konnten, alle Kredite aber trotzdem voll zurückgezahlt werden müssen.
      Auch bei der anderen Variante gibt es offensichtlich noch größere Probleme in der Praxis.

      Als Unternehmer ist es wichtig, ein gewisses Grundkapital zu erhalten, um finanziell flexibel zu bleiben. Zwar legt das Design des Gradido nahe, dass man relativ leicht kurzfristig Kredite und Investitionen bekommen kann. Eine Auslegung auf einen Stichtag würde aber trotzdem offensichtliche Probleme mit sich bringen.

      Ich frage diese Fragen, da sich durch die Blockchain-Technologie eine gewaltige Möglichkeit bietet, alternative Modelle zu implementieren. Ich forsche derzeit danach, wie eine digitale Währung so designed werden kann, dass sich damit ein echter gesellschaftlicher Wandel realisieren ließe. Ich arbeite an einem Positions-Paper, in welchem ich ein solches Design vorschlagen möchte, das weit über die bisherigen Ansätze von Bitcoin und Ether hinausgeht.

      Die praktische Umsetzung des Gradido-Modells ist mir aber sehr unklar, wenngleich ich die Grundidee sehr charmant finde.

      Grüße
      David

      1. Lieber David,

        die Vergänglichkeit läuft kontinuierlich auf die Sekunde genau. Da gibt es solche Probleme nicht, bzw. sie sind bereits gelöst. Schon heute im alten System ist es so, dass man größere Kredite zu einem bestimmten Zeitpunkt abruft. Die neue Aufgabe der Finanzdienstleister wird sein, Angebote und Nachfragen von Krediten und Geldanlagen in Echtzeit zusammenzuführen.

        Auch wir sind am Thema Blockchain dran.
        Wenn Du ernsthaftes Interesse hast, gib bitte Bescheid, dann sollten wir miteinander reden.

        Liebe Grüße
        Bernd

  2. Lieber Bernd,

    eine Sache habe ich noch nicht verstanden. Vielleicht findest Du die Zeit, sie mir zu beantworten.

    Das Gradido-Modell sieht eine monatliche, dreifache Geldschöpfung vor, wobei 50% des geschaffenen Geldes durch eine Art jährlicher Vermögenssteuer wieder vergeht.

    Was bleibt, ist dennoch ein ständiges Wachsen der Geldmenge, ein grenzenloses Wachstum des umlaufenden Geldes, das durch keine wirtschaftlichen oder natürlichen Regulierungsmechanismen begrenzt wird.

    Dies entspricht eben genau nicht der Arbeitsweise der Natur, wo sich durch komlexe und sensible Feedback-Mechanismen selbstregulierend Gleichgewichtszustände einstellen und kein grenzenloses Wachstum existiert, sondern jedes Teil-System durch die umgebenden Systeme begrenzt wird.

    In dieser Hinsicht ist das Gradido-Modell dem bestehenden Schuldgeld-System sogar unterlegen, da bei letzterem die Geldmenge immerhin durch die Nachfrage reguliert wird – wenngleich dieser Mechanismus aufgrund von Finanzblasen keinen realistischen Regulierungsmechanismus mehr darstellt.

    Eine ständige wachsende Geldmenge, die keinen Bezug zur Realwirtschaft hat, führt zwangsläufig zu großen Schwierigkeiten – was sieht das Modell hier vor?

    Beste Grüße
    David

    1. Lieber David,
      vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Hier hast Du nicht richtig gerechnet.
      Durch Geldschöpfung und Vergänglichkeit ergibt sich ein selbstregulierendes System, das die gesamte Geldmenge auf ca. 54.000 GDD pro Person stabilisiert. Grenzenloses Wachstum findet bei Gradido schon vom System her nicht statt. Dies ist ja gerade einer der vielen großen Vorteile von Gradido.

      Ich will das mal an dem von Dir genannten Beispiel herleiten:
      Gehen wir mal vereinfacht davon aus, es würde ein mal im Jahr ein Betrag x geschöpft, der sich nach einem Jahr um die Hälfte reduziert.

      Dann haben wir am Ende von Jahr 1 den Betrag x
      Ende Jahre 2 sind es x + 1/2 x (vom Vorjahr) = 1 1/2 x
      so geht es weiter:
      Jahr 3: 1 3/4 x
      Jahr 4: 1 7/8 x
      usw.

      Es nähert sich immer mehr dem Betrag 2x, also einer absolut stabilen Geldmenge.

      Liebe Grüße
      Bernd

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *